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Zwischenstation

Am Ende meines Gartens habe ich eine Wildstrauchhecke gepflanzt, in der unter Anderem zwei Ebereschen oder Vogelbeeren stehen. Normalerweise sind die leuchtend orangenen Beeren schon bis Ende des Jahres, meist sogar im November, restlos von den Vögeln verputzt worden.

Diesmal jedoch konnte ich mich bis vor ein paar Tagen an den bunten Farbtupfern inmitten des Wintergrau erfreuen. Seit Sonntag beobachtete ich dann vom Fenster aus, wie eine ganz Schar mir fremd vorkommender Vögel sich über die Beeren hermachte, dass sie nur so vom Strauch flogen. Gestern gelang es mir, die Besucher per Fernglas und Naturführer zu identifizieren: Rotdrosseln! Noch nie hatte ich vor diese Drosselart hier gesehen. Sie überwintern üblicherweise in etwas milderen Küstengegendend und sind bei uns hier Durchzieher auf dem Weg in die skandinavischen, sowie die nordosteuropäischen und sibirischen Nadelwälder.... 

 

Noch ein weiterer Vogel ist seit diesem Jahr in meinem Garten zu Gast, ein Grünspecht.  Mal auf der Trauerweide, aber auch immer wieder ganz nah am Haus auf der Wiese. Dort scheint er Löcher ins Gras zu hacken. Der Gründspecht fühlt sich auf Streuobstwiesen und an Waldrändern, aber auch in Gärten und Parks oder städtischen Brachflächen wohl. Diese Biotopen gemeinsam ist das Vorkommen von dicken Bäumen, in denen er seine Höhle anlegen kann (bei mir ist das die große Trauerweide mitten im Garten) in Verbindung mit extensiv bewertschafteten Grünlandflächen. Dort findet er seine Leibspeise, nämlich Ameisen. Und damit löst sich das Rätsel der Löcher im Garten: Rasenameisen gibt es in meinem Permakultur-Garten reichlich, Rasen weniger :)   (PR)