Die Schafe

In Eschweiler und Umgebung halten unsere Ostpreussischen Skudden und Krainer Steinschafe Obstwiesen, Brachflächen und nicht mehr genutzte Grünflächen in Ordnung. Beide Rassen gehören zur Gruppe der Landschafe - sie sind robust und sind daher ganzjährig mit einem offenen Unterstand zufrieden. Selbst bei tiefem Schnee ziehen einige von ihnen den Platz auf der Wiese dem Aufenthalt im Stall vor.

Sie eignen sich hervorragend dazu, wild verbuschte Flächen zu rekultivieren, da sie Blätter, Büsche und andere härtere Fasern allem Gras vorziehen und selbst Brennnesseln und Disteln nicht verschmähen.

Ihre Wolle ist für den dauerhaften Aufenthalt im Freien bestens ausgerüstet: sie haben sogenannte Mischwolle, die aus verschiedenen Fasern mit unterschiedlichen Aufgaben besteht:

  • Die Grannenhaare, die recht hart und glatt sind, sorgen dafür, dass Regenwasser schnell oberflächlich aus dem Vlies abläuft, so dass die Tiere nicht bis auf die Haut nass werden. 
  • Die sogenannte Unterwolle ist fein, weich und gekräuselt und sorgt so für eine gute Isolierung und Regelung des Wärmehaushaltes: im Winter kuschelig warm – im Sommer ausgleichend gegen Hitze. 

Viele Menschen, die berufsmäßig die meiste Zeit im Freien verbringen, tragen Wollsachen das ganze Jahr über und schwören auf die ausgleichenden Eigenschaften der Wolle.

Die Wolle unserer Schafe ist gut geeignet zum Spinnen, Weben und Filzen. Entsprechend den Eigenschaften der Schafe sind es vor allem robuste, strapazierfähige Produkte wie Teppiche, Kissen, Pferdedecken, Socken oder Hüte, bei denen die Besonderheiten dieser Fasern vorteilhaft genutzt werden können.

Die Skudde

Die Skudde war bis Anfang dieses Jahrhunderts das bodenständige Schaf Ostpreußens und des Baltikums, nachweislich zumindest seit der Ordenszeit. ( ca. 13.Jhdt).

 

Ob dort schon vorher Skudden lebten, seit wann oder wo andernorts, ob sie das 'Schaf der Wikinger' war, wie einige behaupten, oder direkter Nachfahre des jungsteinzeitlichen Schafs, wovon andere überzeugt sind – ist bislang ungeklärt. Ebenso wie die Herkunft des Namens 'Skudde', der einerseits auf die niederlitauische Stadt Skuoda (s) zurückgeführt wird, andererseits auf den litauischen Lockruf für Schafe, 'skud'.

 

Fest steht jedenfalls, daß die Skudde zur Familie der mischwolligen, kurzschwänzigen nordischen Heideschafe gehört. Ihre enorme Fähigkeit, in extensiver Haltung auf nährstoffarmen Standorten zu gedeihen und dabei schmackhaftes, wildbretartiges Fleisch zu produzieren, machten sie auf mageren Flächen großer Güter ebenso beliebt wie bei Kleinbauern und Tagelöhnern.
Die Einführung großer Leistungsschafrassen verlegte die Skuddenhaltung mehr in die Hände 'kleiner Leute', tat aber der Rasse wenig Abbruch, bis man versuchte, die Skudde durch Kreuzung zu veredeln. Der Versuch scheiterte und das Interesse an der Skudde erlosch.

Seit 1945 gilt sie als im Ursprungsland ausgestorben. Von Zeit zu Zeit gibt es Stimmen, die Skudden im Samland und in Litauen gesehen haben wollen - es gab auch bereits Kreuzungen mit aus Litauen eingeführten skuddenartigen Schafen - jedoch fehlt es an nachweisbaren Angaben. Zusätzliche Verwirrung schuf die Mitteilung, unter Stalin seien alle verbliebenen Skudden nach Weißrußland verbracht worden, da sie als ostpreußisches Kulturgut gegolten hätten; heute vorkommende ähnliche Schafe seien alle litauische Kurzhaarschafe.

Die deutsche Skuddenzucht geht im Wesentlichen auf wenige Tiere zurück, die 1941 vom Münchener Zoo gekauft worden waren und von dort aus den Weg zu anderen Tiergärten, später auch zu Einzelzüchtern fanden.

Nach wie vor ist die Skudde ein robustes, ursprüngliches Landschaf mit eigenem Reiz. Hält man sie, wie sie früher gehalten worden sein dürfte, mit möglichst wenig menschlicher Einmischung, auf großen, vielfältig bewachsenen Flächen, so werden sie im Verhalten einem Rudel Wild immer ähnlicher. Skudden sind von Natur aus scheu, sehr lebhaft und ungeheuer aufmerksam. Stampfen und Fauchen drücken Abwehr aus. Berührungen weichen Skudden am liebsten aus, betrachten Ungewöhliches aus sicherem Abstand und entziehen sich im Zweifelsfall durch Flucht, wobei ihre geringe Größe und enorme Wendigkeit zusammen mit hervorragendem Springvermögen den Wildtiercharakter noch betonen (und mindestens 1,30 Meter Zaunhöhe erfordern).

Die Herde wird von einem, u.U. auch mehreren Weibchen geführt. Bestimmte Tiere nehmen die Position von Wachposten wahr; manchmal gibt es eine Art Gouvernante, die die Lämmer anderer Muttern außerhalb der Säugezeit um sich versammelt. Zurückbleibende Tiere werden nach Möglichkeit zum Aufholen angetrieben. Das ausgeprägte Sozialverhalten überwiegt teilweise sogar über den Fluchtinstinkt.

Die Skudde ist ein kleinrahmiges Schaf; die gute Fleischqualität macht bei Schlachttieren das geringere Gewicht allemal wett. Das Fleisch muß langsam und artgerecht wachsen, keinesfalls sollten die Tiere gemästet werden. Die ideale Weide für diese genügsamen Schafe zeigt vielfältigen Bewuchs und bietet Möglichkeiten der Selektion aus Kräutern, Gräsern und Sträuchern. Skudden verbeißen Brennesseln und Disteln genau wie Schlehe, Weißdorn oder Brombeeren auf verbuschten Flächen. Hingegen werden Blütenpflanzen oft stehen gelassen, solange anderes Futter vorhanden ist.

Skudden sind widerstandsfähig gegen Klauenkrankheiten und Parasiten - was Pflege und regelmäßige Entwurmung natürlich nicht überflüssig macht

Daß die Skudde die kleinste deutsche Schafrasse ist, hat zu der Behauptung geführt, es handele sich um Zwergschafe. Es ist eher umgekehrt: Skudden sind normal klein, andere Rassen sind eher 'großgezüchtet'. Mit 2 - 3 Jahren gilt die Skudde als ausgewachsen: Zibben haben eine Widerristhöhe von 45 - 50 cm (bei 25 - 40 kg Lebendgewicht), Böcke 55 - 60 cm (bei 35 - 50 kg). Der Rumpf ist kurz bis mittellang, das Becken schräg. Feingliedrige aber starke Beine, federnd, mit festen Klauen - ein kurzer, im unteren Teil behaarter Schwanz - und der Kopf mit breiter Stirn, feinem Nasenbein und kleinen, aufwärts gerichteten Ohren sind weitere Kennzeichen.

Quelle: http://www.g-e-h.de/geh-scha/skudde.htm

Das Krainer Steinschaf

Das Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen alpinen Schafrassen und ist ein Abkömmling des ausgestorbenen Torfschafes. In Bayern werden zwei Herkünfte unterschieden: Das Krainer Steinschaf, welches aus der Region Krain (Bovec), dem Dreiländereck Sloweniens angrenzend zu Kärnten und Oberitalien stammt, und in Deutschland hauptsächlich in Bayern beheimatet ist und das Alpine Steinschaf, das schwerpunktmäßig im Raum Oberbayern gezüchtet wird. Desweiteren gibt es noch das Montafoner Steinschaf und das großrahmige Tiroler Steinschaf.

 

Das Krainer Steinschaf wird in seiner Heimat, Slowenien, hauptsächlich als Milchschaf genutzt. Es hat bei sehr geringer Zufütterung von Kraftfutter eine sehr gute Milchleistung und der typische Bovec Hartkäse, der nur aus Krainer Milch hergestellt werden darf, ist sehr mild und bekömmlich. Die Schafe sind ruhig im Wesen und sehr menschenbezogen, was das melken leichter macht. Leider konnten sich die Krainer in Deutschland und Österreich noch nicht als Milchschafrasse etablieren, das ist u.a. ein Ziel der Züchter der Arbeitsgemeinschaft Krainer Steinschafe.

Das Krainer Steinschaf ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Gebirgsschaf. Das unbewollte Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen, die Ohren stehen waagrecht ab bzw. sind ganz leicht hängend. Die Beine sind dünn aber kräftig, die Klauen sehr hart. Beide Geschlechter gibt es hornlos und behornt. Die Hörner sollen bei den Böcken weit und schneckenförmig sein, bei den weiblichen Tieren sind sie sichelförmig.

 

Die Schur erfolgt im Frühjahr und evtl. im Herbst. Die rauhe Mischwolle der Krainer Steinschafe kommt in allen Wollfarben und Farbschattierungen vor und eignet sich daher gut zur Herstellung naturfarbiger Teppiche, zum Filzen sowie auch als Strickwolle. Das Krainer Steinschaf ist widerstandfähig und wetterhart, genügsam und langlebig. Es passt sich den unterschiedlichen Standorten problemlos an, und nutzt die für Rinder unzugänglichen Hochlagen. Bei einem Gewicht der Mutterschafe von 40 - 60 kg, und Altböcken von 55 - 70 kg gehören sie gerade nicht zu den schwersten ihrer Gattung, dafür überzeugen sie durch die hohe Qualität ihres wohlschmeckenden und zarten Fleisches, das bedingt durch die genügsame Haltung zu wenig Fettansatz.

Heutegehört das Steinschaf, in seiner ursprünglichen zartgliedrigen Form, zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Schafrassen. Sollte es uns nicht gelingen, diese Rasse zu erhalten, verschwindet nicht nur unwiederbringlich wertvolles genetisches Material, es erfolgt auch eine nicht mehr rückgängig zu machende Verarmung unserer Kulturlandschaft.

Quelle: http://www.krainer-steinschafe.de